Fabianus

Namenstage: Fabian

Funktion: Heiliger,Bischof von Rom (Papst), Märtyrer

Gedenktag: 20. Januar

orthodoxe Ostkirchen 5. August

Patronat: Selm (Westfalen); der Töpfer und Zinngießer

Nach der ältesten römischen Bischofsliste war der Ende des 2. Jahrhunderts in Rom geborene Fabianus der 19. Nachfolger des Petrus in der Leitung der römischen Christengemeinde. Er wurde am 10. Januar 236 zum Papst geweiht – sieben Tage nach dem (wahrscheinlich) natürlichen Tod seines Vorgängers Anterus I. (Heiliger).
Nach den Wirren um Hippolyt (Heiliger), dem ersten römischen Gegenbischof der Kirchengeschichte (das um 217 begonnene erste Schisma war mit Hippolyts Tod im Jahre 235 zu Ende gegangen), und der kurzen, aber harten Christenverfolgung unter Kaiser Maximinus Thrax (235–38), gelang es Fabianus in der Friedenszeit bis zur erneuten Verfolgung unter Kaiser Decius (249–51), die Kirche von Rom zu festigen und organisatorisch auszubauen. Er unterteilte Rom in sieben, von Diakonen verwaltete Seelsorgebezirke (regiones). Seine besondere Aufmerksamkeit galt auch der Pflege und der Erweiterung der christlichen Begräbnisstätten (Coemeterien). Der Legende nach hat er Kaiser Philippus Arabs (244–49) zum Christentum bekehrt und getauft.
Fabianus, dessen Ansehen in der Gesamtkirche von bedeutenden Zeitgenossen wie Cyprianus von Karthago (Heiliger) und Origenes bezeugt ist, wurde am 20. Januar 250 eines der ersten Opfer der decischen Verfolgung. Man bestattete den Enthaupteten in der von Papst Calixtus I. (um 217–22; Heiliger) gebauten Papstgruft an der Via Appia (Katakomben San Callisto), wo 1915 sein Sarkophag bei Grabungen entdeckt wurde. Reliquien von ihm befinden sich heute auch in den römischen Kirchen San Sebastiano fuori le mura und Sant’ Andrea della Valle.
Zum Nachfolger Fabianus’ wurde nach dem Abklingen der Verfolgung im März 251 der Presbyter (Gemeindeälteste) Cornelius (Heiliger) gewählt, den Kaiser Gallienus (253–68), der die Verfolgung wieder aufnahm, im Juni 253 nach Centumcellae (Civitavecchia) verbannte, wo er wenig später eines (wahrscheinlich) natürlichen Todes starb.

Darstellung: im Papstgewand, oft mit dem Heiligen Sebastian (gleicher Festtag)

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Buch; Taube (während der Papstwahl soll sich zum Zeichen der Erwählung durch den Heiligen Geist eine Taube auf seinem Haupt niedergelassen haben); Palmzweig, Schwert (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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